Sitten läutet neue MRI-Ära ein
Das Spital Wallis hat in Sitten ein MRI-Gerät der neuesten Generation installiert. Es handelt sich um das erste Gerät dieser Art in der Westschweiz und das zweite in der Schweiz.

Siemens Aera 1,5 Tesla. Hinter diesem mysteriösen Namen verbirgt sich die neueste Anschaffung des Spitals Wallis im Bereich Magnetresonanz-tomographie. Das neue MRI-Gerät in Sitten, welches für die Westschweiz eine Premiere darstellt und schweizweit erst das zweite seiner Art ist, schlägt mit einer Investition von rund 2 Millionen Franken zu Buche. Man verspricht sich davon genauere und schnellere Analysen.
„Es handelt sich um die allerneuste MRI-Generation, die erst gerade im letzten Juni auf den Markt kam“, freut sich Dr. Christophe Constantin, Chef des Departements für diagnostische und interventionelle Radiologie des Spitals Wallis. „Dieses Gerät wird es uns erlauben, schneller und genauer zu arbeiten als bisher. Insbesondere wird es uns aber Herz-MRIs ermöglichen. Da ein schlagendes Herz immer in Bewegung ist, konnten wir mit unserem bisherigen Gerät keine Bilder davon machen. Dank der Hochgeschwindigkeits-Tomographie ist dies nun möglich. Bereits heute haben wir die besten Spezialisten für Hirn-MRIs, bald werden wir auch im Bereich Herz-MRI top sein.“
Genauere Bilder
Neben seiner Schnelligkeit zeichnet sich das neue MRI-Gerät auch durch seine Genauigkeit aus. „Ein MRI ist wie ein Riesenmagnet. Das Gerät schickt eine Radiowelle durch den ganzen Körper und regt damit die körpereigenen Atome an. Anhand der Art, wie diese in ihren Ursprungszustand zurückkehren, lässt sich ein Bild erstellen. Die neue MRI-Generation, die wir nun haben, erlaubt es uns, die Radiowelle auf einen genauen Punkt des menschlichen Körpers zu fokussieren. Das Resultat ist ein genaueres Bild ohne Störfaktoren“, so Dr. Christophe Constantin.
Neben seinen inneren Werten unterscheidet sich das neue MRI-Gerät von Siemens auch äusserlich von seinen Vorgängermodellen. Es ist nur 1.5 Meter tief und hat einen Durchmesser von 70 cm. Damit ist der „Tunnel“ deutlich kürzer, weist dafür aber eine grössere Öffnung als bisherige Modelle auf. „Dieses neue MRI-Gerät ähnelt mit seinem offenen Design und seinen Dimensionen eher einem CT-Gerät, was klaustrophobischen Patienten die Angst etwas nehmen dürfte.“
CT oder MRI?
Von aussen betrachtet sehen CT- und MRI-Geräte für den Laien fast gleich aus. Der Hauptunterschied liegt in den verschiedenen Technologien, die den beiden Systemen zugrunde liegen. Mit dem CT (Scanner) lassen sich innerhalb von nur wenigen Sekunden extrem genaue Bilder machen, „aber ein CT arbeitet mit Röntgenstrahlen“, gibt Dr. Christophe Constantin zu bedenken. Ausserdem sind nur die Konturen der abgebildeten Elemente genau, der Inhalt hingegen nicht. „Das Hirn erscheint in einem CT in einem fast durchgängig einheitlichen Grau.“

Ein MRI mit seinen Sequenzen von 5 bis 10 Minuten dauert länger. „Aber die elektromagnetischen Wellen sind unschädlich und das Bild ist viel detaillierter.“ Die Konturen sind zwar etwas unschärfer als im CT, doch liefert das MRI „eine ganze Vielzahl von Informationen, die eine genaue Unterscheidung der Gewebearten ermöglicht. Beim Gehirn lassen sich beispielsweise ‚lebende’ von ‚toten’ Zonen unterscheiden, was bei einem Hirnschlag sehr wichtig ist.“